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... am Samstag, den 07. Oktober 2017 ab 14.30 Uhr im Gemeinschaftshaus Jesenwang.

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Chronik des TSV Jesenwang 1922 e.V.


Im Jahre 1920, als in unserer Nachbargemeinde Moorenweis ein Turnverein gegründet
wurde, betätigten sich bereits mehrere junge Burschen aus Jesenwang am dortigen
Turnbetrieb. Die Turnkameraden Fritz Wex und Andreas Stangl sind wohl als einige der
Eifrigsten aus jener Zeit zu nennen. Hier reifte unter den turnbegeisterten Männern und
Burschen der Gedanke einen ortseigenen Turnverein zu gründen.

Schon am 15. Januar 1922 war es dann soweit diesen Gedanken in die Tat umzusetzen. Hans
Hillmeier hatte ein Versammlung im Gasthaus Walch einberufen. Zu dieser
Gründungsversammlung war auch eine Abordnung der Turnverein Moorenweis und
Fürstenfeldbruck erschienen. Das Protokoll verzeichnet die einstimmige Wahl von Hans
Hillmeier zum 1. Vorstand des soeben aus der Taufe gehobenen Vereines. Schriftführer und
Kassier wurde Xaver Wex, Turnwart Fritz Wex und Beirat Max Walch.

Die anwesenden Männer und somit Gründungsmitglieder waren: Hillmeier Hans, Wex Xaver,
Wex Fritz, Walch Max, Stangl Andreas, Drexler Lukas, Bals Innozenz, Schmid Anton, Stummer
Gottfried, Schellmann Johann, Probst Lorenz, Hörhager Josef, Porzl Fritz, Schlemmer
Gottfried, Stangl Willy, Wex Josef, Wex Josef, Stangl Johann, Schneider Lukas, Hoffmann
Karl, Wex Josef, Wex Anton, Knoller Hans, Lindemüller Xaver, Kopp Willy, Schlemmer Hans,
Schlemmer Josef, Drexler Johann.

Noch im Laufe des Gründungsjahres 1922 schlossen sich weitere 16 Männer dem Verein an
sodaß der Mitgliederstand am 31. Dezember 1922 auf 47 angewachsen war. In der Folgezeit
begann dann damals eine harte und ernste Arbeit, die einmütig von dem Wunsch
durchdrungen war, den Verein so schnell als möglich auf eine hohe Leistungsstufe zu
bringen. Es galt auch viele Anfangsschwierigkeiten zu überwinden, bevor an einen
geregelten Turnbetrieb gedacht werden konnte. Da eine Turnhalle vorläufig nicht vorhanden
war stellten die beiden Gastwirte Walch und Huber ihre Scheunen kostenlos zur Verfügung.

Als erstes Turngerät wurde am 25. Januar 1922 ein hölzerner Barren für 5200.—Mark dem
Bruderverein Moorenweis abgekauft. Der Anfang war gemacht und trotzdem wurde nicht
geruht weitere Geräte zu beschaffen. Durch großzügige Spenden der damaligen Mitglieder
konnten bereits am 28. Februar 1922 mehrere Turngeräte erworben werden. Da dem Verein
aber noch ein Pferd fehlte, wurde dies ohne lange zu zögern von den Mitgliedern eben selbst
hergestellt. Hieraus ersieht man, welch geschlossene Gemeinschaft sich bereits im ersten
Vereinsjahr gebildet hatte. Nur so war es möglich einen Verein zur Blüte emporzubringen.

Die aktive Turnerriege bestand zur damaligen Zeit aus 20 Mann und bereits in den ersten
Vereinsjahren konnten sie bei den verschiedenen Turnfesten beachtliche Erfolge erzielen.
Als Turnwarte fungierten in jener Zeit die Turnkameraden Fritz Wex und Johann Rauch.

Um aber auch zu verdeutlichen wie schwer es für die damalige Vorstandschaft war während
der Inflationsjahre das Vereinsschiff zu steuern, soll ein kleines Beispiel zeigen: Der
Monatsbeitrag im April des Jahres 1923 betrug 500.—Mark. Daraus ergab sich die respektable
Gesamtjahresabrechnung von 1923 – 152 Billionen, 400 Milliarden, 599 Millionen, 745
Tausend und 529 Mark – das war gleich dem Wert, so die damalige Bemerkung im
Kassenbuch, von 3 Zentnern Getreide. Jedoch ließ sich die Vereinsführung von nichts
abschrecken und der sportliche Erfolg blieb nicht aus.

Als eine der schönsten Veranstaltungen seit Bestehen des Vereins, ist in der Chronik das
Jugendturnfest vom 6. Juli 1924 erwähnt. 72 auswärtige Turner nahmen daran teil. Als 1.
Sieger aus dem damaligen Wettbewerb ging Inno Stangl hervor. So erlebte der Turnverein
Jesenwang unter zielbewußter Führung einen enormen Aufschwung und viele Erfolge.

Aber nicht nur sportlich, sondern auch kulturell trat der Verein in die Öffentlichkeit. Trotz
mühseliger Arbeit mit dem Bühnenbau, wurde im Jahr 1924 als erstes Theaterstück „Die
Liesl vom Schliersee“ aufgeführt. Wie vielseitig der Verein war, beweist die Tatsache, daß
bereits im Jahre 1927 eine Zimmerstutzenriege gegründet wurde, die 32 Schützen stark war.
Ende der 20er Jahre, Anfang der 30er Jahre konnte der Verein besonders viele und schöne
Erfolge feiern. Mannschafts- und Einzelsiege an den Geräten, Gau- und
Bezirksmeisterschaften wurden in diesen Jahren am laufenden Band errungen. Namen wie
Schlemmer Josef, Stangl Inno, Schlemmer Georg, Wex Josef, Schmid Xaver, Schlemmer
Gottfried, Held Jakob, Drexler August, Oberbacher Josef, Förg Matthias, Wieser Willy, Probst
Josef und noch manch andere hatten weit über die heimatlichen Grenzen hinaus einen
guten Klang.

1936 hatte ein Mitglied unseres Vereines, es in der Sportwelt zu höchsten Ehren gebracht.
Inno Stangl errang bei der Sommer-Olympiade in Berlin die Goldmedaille in der
Mannschaftswertung 12-Kampf.

Man sollte aber auch nicht vergessen, daß all die turnerische Aufbauarbeit im Verein unter
den primitivsten Verhältnissen bewältigt worden ist. Eine Turnhalle, so wie wir sie heute
besitzen, gab es damals nicht. Erst im Jahre 1935/36 wurde in Gemeinschaftsarbeit unserer
Gemeinde und des Turnvereins unter dem damaligen Bürgermeister Adrian Stangl das
Gemeinschaftshaus , das auch als Turnhalle genutzt werden konnte, errichtet. Groß war die
Freude als man den Turnbetrieb in den neuen Räumen aufnehmen konnte.

Von 1936 an stand der Verein unter Führung von Josef Schlemmer. Die Erfolge des Vereins
gingen weiter bis dann der Krieg ein jähes Ende brachte. Die Geschichte des Turnverein
Jesenwang weist nun eine Lücke von einigen Jahren auf, in der nicht von sportlichen Erfolgen
berichtet werden kann. Der furchtbare, unselige Krieg 1939 bis 1945 hat tiefe, schmerzliche
Wunden in vielen Jesenwanger Familien hinterlassen und somit auch in den Reihen des
Vereins. Viele Turnkameraden haben in diesem Krieg ihr Leben lassen müssen.
Es sind dies: Held Xaver, Hillmeier Anton, Bentenrieder Johann, Dischl Josef, Held Willibald,
Korb Alois, Steber Alois, Bals Andreas, Gerum Johann, Schlemmer Gottfried, Schlemmer
Leonhard, Wex Josef, Bals Johann, Brugglehner Josef, Schlemmer Josef, Weingärtner Johann,
Drexler August, Held Jakob, Oberbacher Josef. Als vermißt galten: Eberl Leonhard, Lipp
Anton, Schellmann Robert.

Der Krieg war vorbei, das Rad der Zeit blieb nicht stehen und somit begann für den
Turnverein Jesenwang ein neuer Abschnitt. Bereits im Jahre 1945 wurde anläßlich einer
Weihnachtsfeier wieder eine turnerische Darbietung aufgeführt, welche durch die Initiative
von Johann Schlemmer (Schneider) ins Leben gerufen wurde.
Johann Schlemmer ließ sich trotz dreimaliger Vorladung bei der US-Militärregierung in
Fürstenfeldbruck nicht entmutigen und so wurde in Zusammenarbeit mit Peter Bader der
aktive Turnbetrieb wieder aufgenommen. Dies gab den Anstoß, daß im Frühjahr 1946 eine
Versammlung einberufen und Josef Wex an die Spitze der neuen Vereinsführung gewählt
wurde. Bald darauf wurde die 1. Turnerriege nach dem Krieg mit folgenden Turnern und
Jugendturnern gegründet: Schlemmer Johann, Bader Peter, Schlemmer Georg, Hörhager
Michael, Bergmann Franz, Heigl Alois, Böck Korbinian, Probst Lorenz, Schellmann Johann,
Stangl Johann, Stangl Josef, Meßner Georg jun., Schlemmer Josef, Eibl Josef, Drexler Johann,
Schlemmer Werner und nochmals Schlemmer Johann.

1949 fand ein Vorstandswechsel statt. Hans Hillmeier wurde wieder zum 1. Vorsitzenden
gewählt. Unter seiner bewährten Führung erreichte der Verein in seinen sportlichen Erfolgen
bald wieder ein Niveau, das zwar an die Leistungen der Vorkriegsjahre nicht ganz anknüpfen
konnte, aber doch wieder sehr beachtlich war. So konnten wieder einige Turner schöne
Preise, darunter 1. und 2. Plätze von allen Gau- und Bezirksmeisterschaften in den Jahren
von 1949 bis 1965 mit nachhause bringen.

Beim 25-jährigen Stiftungsfest turnte Inno Stangl mit der Bayern-Riege im Jesenwanger
Gemeinschaftshaus. Diese Veranstaltung wird wohl dazu beigetragen haben, daß sich
damals viele junge Burschen wieder für die Turnerei begeistert hatten.
Am 25. Mai 1952 fand beim ESV Eichenau eine Fahnenweihe mit sportlichen Darbietungen
statt. Der TSV Jesenwang war als Patenverein ausersehen, was er auch gerne übernahm.
Zum 30-jährigen Stiftungsfest am 15. September 1952 hielt unser Verein ebenfalls eine
Fahnenweihe ab, bei der Moorenweis den Patenverein stellte. Das Geld für die neue Fahne
wurde von der Bevölkerung der Gemeinde anläßlich einer Haussammlung gestiftet. Bei
diesem Gründungsfest wurden erstmalig Ehrennadeln für 25-jährige Mitgliedschaft
verliehen.

Im Herbst des Jahres 1960 wurde Josef Stangl zum 1. Vorsitzenden des TSV Jesenwang
gewählt. Er hatte es schwer das Vereinsschiff auf den inzwischen leider etwas unglatt
gewordenen Wogen weiter zu steuern. Es zeigte sich, daß die breite Masse der Jugend den
Turnsport mehr und mehr vernachlässigte und sich die Reihen der Aktiven mehr und mehr
lichteten.

Der Volkssport Fußball trat 1962 seinen Einzug beim TSV an. Es war nicht einfach die älteren
Mitglieder des an Turnerfolgen und Turnertradition so reichen Vereins, wie es der TSV
Jesenwang nun einmal war, davon zu überzeugen, daß in der heutigen Zeit andere Wege
gegangen werden müssen um auf Dauer bestehen zu können. Unter der Vereinsführung von
Josef Stangl wurde nun ein verstärktes Augenmerk auf den Breitensport gelegt und im
turnerischen Bereich das Kinderturnen besonders gefördert.
Im Frühjahr 1968 wurde im Rahmen einer Feierstunde der langjährige Vorsitzende Johann
Hillmeier zum Ehrenvorsitzenden des TSV Jesenwang ernannt.
1969 wurde eine Damen- und 1972 eine Herrengymnastikabteilung gegründet. Am 15. Oktober
1971 wurde der Verein als TSV Jesenwang 1922 e.V. in das Vereinsregister eingetragen. Zu
diesem Zeitpunkt zählte der Verein 198 Mitglieder.

Das 50-jährige Bestehen unseres Vereins wurde am 21. Oktober 1977 im Gemeinschaftshaus
gefeiert. Hierbei ist besonders zu erwähnen, daß unsere Gemeinde unter Bürgermeister
Andreas Stangl mit einem Kostenaufwand von über 80.000,-- DM die Turnhalle völlig neu
gestaltete. Im Rahmen dieser Feier wurden sämtliche Gründungsmitglieder zu
Ehrenmitgliedern ernannt. Diese Feier wurde zudem durch turnerische Darbietungen des
TSV 1860 München verschönt.

Im März 1972 wurde durch die Initiative von Franz Probst eine Wanderabteilung ins Leben
gerufen. Unter seiner und Ludwig Zacherls Leitung wurden 4 internationale Wandertage
durchgeführt. Bereits 1 Jahr später, 1973, wurde eine Tischtennis-Abteilung gegründet.

Bei der Jahreshauptversammlung am 11. Oktober 1975 trat der 1. Vorstand, Josef Stangl,
welcher 15 Jahre erfolgreich die Geschicke des Vereins geleitet hatte, aus beruflichen
Gründen zurück. Bei der anschließenden Neuwahl wurde Hubert Grasser, der schon seit
1972 in der Vorstandschaft arbeitete, zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Die neue
Vorstandschaft legte großen Wert auf die Straffung der einzelnen Abteilungen. Ebenso war
man bemüht die Jugendarbeit auszubauen und für den Breitensport zu arbeiten.

Am 23. November 1976 trat eine neugefaßte Satzung in Kraft. Diese Satzungsänderung war
wegen der Eintragung als „e.V.“-Verein erforderlich um die Bedingungen für die
Anerkennung der Gemeinnützigkeit zu erfüllen. Auch die Mitgliederwerbung machte sich
bemerkbar, konnte sich doch in den letzten Jahren der Mitgliederstand verdoppeln.

Sicher war auch unter Vorstand Hubert Grasser die gelungene 60-Jahrfeier im Jahr 1982 ein
besonderer Höhepunkt, konnten doch anläßlich dieses Gründungsfestes 92 Mitglieder
geehrt werden.

Im November 1982 löste Peter Hellmann, der ebenfalls bereits im Vorstand tätig war, Hubert
Grasser als 1. Vorsitzenden unseres TSV ab.

Im Mai 1984 wurde nach einjähriger Umbauzeit erstmals eine eigene Geschäftsstelle mit
Sitzungsraum des TSV im Gemeinschaftshaus bezogen. Mit einer netten kleinen Feier
wurden die neuen Räume eingeweiht. Der Höhepunkt dieser Veranstaltung war die
Ernennung von Herrn Josef Stangl zum Ehrenvorsitzenden des TSV Jesenwang.

Besonders erwähnenswert aus dieser Zeit sind sicher die, unter der Regie von Peter
Hellmann, alljährlich durchgeführten Schwimmkurse. Zudem verstand es die Vorstandschaft
hervorragend gesellige Veranstaltungen zu organisieren. So wurden z.B. Schafkopf-, Watt und
sogar Skatturniere ein fester Bestandteil des Vereinslebens.

Am 27.Juli 1989 fand die Gründungsversammlung einer Damenvolleyballabteilung statt.
Ebenso fiel auch in diese Zeit der Baubeginn des Sportzentrums, ausgeführt durch die
Gemeinde unter Herrn Bürgermeister Leonhard Dilger, der auch in diesen Tagen,
dankenswerter Weise, als Schirmherr fungierte. Aber auch von Vereinsseite wurde zu
diesem Bauvorhaben ein nicht unerheblicher finanzieller Beitrag, sowie eine enorme
Eigenleistung beigesteuert.

Am 30. Oktober 1991 gründete sich mit unserer Tennisabteilung die jüngste Sparte im
Verein. Leider konnte sich diese Abteilung nicht etablieren da schon der Bau der
angedachten 2 Plätze von Seiten eines Mitgliedes derart torpediert und verzögert wurden,
daß man schließlich schweren Herzens darauf verzichtete die Abteilung weiter am Leben zu
erhalten.

Am 1. Dezember 1991 übernahm Leonhard Hörhager als 1. Vorstand die Leitung des TSV.
Mit der Fertigstellung des Sportheimes wurde er auch gleich zu Beginn seiner Amstzeit,
zusammen mit seinen Vorstandskolleginnen und Kollegen sowie seinen Abteilungen,
mächtig gefordert. Zudem konnte Leonhard Hörhager in der relativ kurzen Zeit seiner
Vereinsführung einige markante Punkte setzen. Als Beispiel möchten wir hier nur die
Umstellung der Vereinsbuchhaltung auf eine eigene EDV-Anlage anführen.

Verehrter Leser, hier endet vorerst eine ausführliche Chronik des TSV Jesenwang 1922 e.V. .

Wichtig zu wissen wäre noch, daß sich im Laufe der Jahre mit Badminton und Tanzen 2
weitere Abteilungen im sportlichen Geschehen des Vereins etabliert haben. 1992 konnte die
neue Sportanlage mit Vereinsheim und Schießstand seitens der Gemeinde an den TSV
übergeben werden. Die Nachfolge von Leonhard Hörhager in seiner Funktion als 1.
Vorsitzender hatten Hans Pichlmeier, Thomas Burkhardt (kommisarisch) und Johann
Schellmann angetreten. In den letzten Jahren hatte der TSV Jesenwang kontinuierlich einen
Stand von weit über 600 Mitgliedern und im Vergleich zu manch anderen Vereinen einen
absolut gesunden finanziellen Status. Weiterhin wird, wie auch schon in den vielen Jahren
zuvor, in allen Abteilungen besonderes Augenmerk auf die Jugendarbeit gelegt. Nicht zu
vergessen sind auch die fast alljährlich stattfindenden Theateraufführungen, die nach wie
vor ein fester und wichtiger Bestandteil des Vereins sind sowie die hervorragende
Unterstützung von Seiten der Gemeinde Jesenwang.

Wir bedanken uns für Ihr Interesse an der Geschichte unseres Vereins und werden uns
bemühen auch den Zeitraum ab 1991 ausführlicher darzustellen.